Der Verein "Kontaktgruppe Hermannstraße e.V." besteht derzeit aus 52 Mitgliedern. Er ist aus langjährigen einzelfall- und gruppentherapeutischen ehrenamtlichen Aktivitäten unter der Leitung von Frau Margret Muentzenberg im Diakonischen Werk in der Hermannstraße in Kassel hervorgegangen. Frau Muentzenberg arbeitete zunächst mit Kindern und Jugendlichen, dann aber immer mehr mit psychisch belasteten, oft einsamen Menschen, die in vieler Hinsicht unterstütz wurden, beispielsweise bei der Wohnungs- und Arbeitssuche.
Es entstand die Kontaktgruppe, die sich regelmäßig in der Hermannstraße zum Kommunizieren, Spielen, Essen und auch zu Ausflügen traf.

Einladungen zu Kirchenbasaren und dem "Markt der Möglichkeiten" führten zu ersten Aktivitäten in Form von Flohmärkten. Hierfür wurde in der Gruppe gebastelt und gesammelt.

1978 nahm die Idee, einen Laden einzurichten, Gestalt an. Frau Muentzenberg ( 2009) hatte als Anerkennung ihrer Arbeit den Dierichspreis i.H.v. 5000.- DM erhalten; davon wurde unser kleiner Laden angemietet und von uns selbst renoviert. Alle Mitglieder hatten brauchbare Dinge wie Kleidung, Spielzeug, Hausrat und Bücher gesammelt.

Am 1. 7. 1979 wurde der Kontaktladen in der Kunoldstraße 22 eröffnet.
Der Anfang im Laden war schwierig, das Engagement größer als das Angebot. Außerdem sollte der Laden täglich über mehrere Stunden besetzt sein. Das führte dazu, dass die Gruppen- aktivitäten sich immer mehr in die Kunoldstraße verlagerten. Schließlich wurde es dort zu eng.
Im Jahre 2002 zog der Laden in größere Räume um, nur wenige Häuser weiter in die Kunold- straße 16. Dort hat er sich so gut eingeführt, dass wir uns um Sachspender und Käufer nicht mehr sorgen müssen.

Gepflegt werden die Kontakte zu psychiatrischen Krankenhäusern und niedergelassenen Nervenärzten, die ihre Patienten zu Gesprächskontakten oder auch zu Arbeitsversuchen in den Kontakt- laden schicken. Daher bieten wir im Einzelfall für psychisch Gefährdete oder Kranke die Möglichkeit eines Praktikums an, um sie in kleinen Schritten (wieder) an Arbeit heran zu führen.

Viele unserer Spender berichten uns, dass sie sich leichter von Dingen trennen können, wenn sie wissen, dass es dankbare Abnehmer gibt und dass mit den Gewinnen notleidenden Menschen Hilfen gegeben werden.
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